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Altes Rathaus Untereisenheim

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Zitate

Hans Mayer:
Ich verstehe nicht, warum man das Landesdenkmalschutzgesetz heute systematisch zur Farce macht. (Ehemaliger Kultusminister von Bayern.)

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Presse: PRESSEMITTEILUNG

Veröffentlicht am Montag 26 April 2004 08:58:15 von admin
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Untereisenheim, 07.03.2004
 
Kultureller Ausverkauf: Untereisenheim will historisches Gemeindehaus veräußern
 
Der Gemeinderat des Marktes Eisenheim hat beschlossen, das alte Gemeindehaus im Ortsteil Untereisenheim zu verkaufen. Untereisenheimer Bürger und Bürgerinnen wehren sich mit allen demokratischen Mitteln gegen dieses Vorhaben und fordern, den Beschluss unverzüglich zurückzunehmen und für das Kulturdenkmal eine verantwortungsgerechte Lösung zu finden.
Es ist uns unbegreiflich, wie leichtfertig und unbedacht hier ein wahrliches Kleinod einer
ausschließlich materiellen Denkweise geopfert wird, zumal im Rahmen der bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Dorferneuerung eine Sanierung und öffentliche Nutzung mit nicht unerheblichen Zuschüssen realisiert werden könnte.
 
Das Untereisenheimer Gemeindehaus steht unter Denkmalschutz. Es handelt es sich um einen zweigeschossigen Bau mit Halbwalmdach. Auf einem massiven Erdgeschoß ist ein verputztes Fachwerkobergeschoß vorkragend aufgesetzt.
Ein genaues Entstehungsdatum scheint nicht überliefert zu sein. Rückschlüsse lassen sich nur aus dem Wappen im Sturz des auffällig aufwendig gestalteten Doppelfensters im Untergeschoß ziehen. Es handelt sich um das Wappen des Würzburger Fürstbischofs Konrad II. von Thüngen und ist mit der Jahreszahl 1525 versehen.
 
Das Jahr 1525 ist auch für Untereisenheim ein Schicksalsjahr, denn im damals tobenden Bauernkrieg beteiligten sich hiesige Bürger an den Aufständen und zogen im „vendlin“ (Fähnlein) von Hauptmann Buthner aus Volkach vor die Tore Würzburgs. Nach blutiger Niederschlagung des Aufstandes übte der Fürstbischof Rache an den Gefolgsleuten und hielt entsprechende Standgerichte in den Ortschaften ab. Von diesen Ereignissen erzählt das Fenster und macht somit als sprechendes Denkmal Geschichte erfahrbar.
Noch bis in die frühen achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts war das Gemeindehaus in Nutzung, wurde dann aber seinem zunehmenden Verfall anheimgegeben. Nun steht der Verkauf an.
 
Die Unterzeichner haben eine Unterschriftenaktion in der Gemeinde begonnen, um die Meinung der Bevölkerung in Erfahrung zu bringen. Dabei haben sich bis jetzt ca. 160 Mitbürger gegen den Verkauf ausgesprochen.
 
Die Unterschriftenliste  und das beiliegende Schreiben wurden an den  Bürgermeister und den Gemeinderat übergeben.
 
Wir bitten Sie als öffentliches Organ der Willensbildung, Ihre Leser im Rahmen eines Beitrags zu informieren und stehen Ihnen für Rückfragen und weitere Informationen selbstverständlich zur Verfügung. Auf der Website: www.uendereisem.de finden Sie die jüngsten Informationen, Materialien und Bilder.
 
 

Ulrike Dietrich                   Klaus Dietrich                  Knut Noack